Poison - Der Name ist Programm

Poison - Sarah Pinborough, Les Edwards

Erst vor kurzem hat der König seine neue blutjunge Königin geheiratet, da ruft ihn der Krieg auch schon wieder auf das Schlachtfeld. Während er im Kampf für sein Königreich steckt, zeigt sich, dass seine Angetraute einen unerklärlichen Hass auf die kaum jüngere Tochter Snow hat. Je mehr Zeit vergeht, desto düsterer werden die Gedanken der Königin …

- She’s too old for that nickname, the queen said. She was standing at the window of the royal bedchamber and looking down at the courtyard below. Morning sun beat on the ground, but the air was still chilly. She shivered. »She needs to start behaving like a lady. A princess.« -
1, Air and Earth, Light and Dark

Ich rege mich ja eigentlich selten über Bücher auf, bei Poison war das allerdings der Fall. Eigentlich hatte ich mich auf eine moderne Märchenneuerzählung gefreut, bekommen habe ich einen weiteren Einblick in die Welt der Genderklischees, wo ich mich am Ende schämen musste zur Spezies Mensch zu gehören. Wer gerne in Vorurteilen badet kommt hier richtig auf seine Kosten. Mich hat es dermaßen aggressiv gemacht, ich fürchte, ich werde nie wieder ein Buch von dieser Autorin in die Hand nehmen können.

Weiterhin gibt es extra Gummipunkte für die nicht eindeutig definierbare Zielgruppe. Thematisch sollte sich das Buch an Erwachsene richten (es wird schon im Klappentext auf Sexszenen hingewiesen die nicht für Kinder geeignet sind), inhaltlich ist das Buch aber so stupide geschrieben, dass man meinen könnte Pinborough schreibt für 8-jährige Kinder. Ja was denn nun? Entscheiden Sie sich mal Madame!

Bevor ich mich erneut in Rage rede verweise ich lieber gleich auf meine bereits fertige Rezension in der Bibliotheka Phantastika. Aber Vorsicht ist geboten - den bissigen Sarkasmus konnte ich mir in diesem Fall nicht verkneifen.

Um es abschließend auf den Punkt zu bringen: Das Buch ist tatsächlich Gift. Zumindest für diejenigen, die in Sachen Gender und Vorurteile sowieso schon etwas sensibilisiert sind. Was sich die Autorin dabei gedacht hat wird mir für immer ein Rätsel bleiben, aber ich hoffe ernsthaft sie hat versucht witzig zu sein ...

Quelle: http://www.bibliotheka-phantastika.de/rezensionen/poison