Top oder Flop?

The Stress of Her Regard - Tim Powers Divergent  - Veronica Roth Land des Todes - Alison Croggon, Michael Krug The Witches of Eastwick: A Novel - John Updike Der schwarze Steg -

2014 steht bisher unter keinem guten Lesestern für mich, so habe ich schon mehr Bücher wieder abgebrochen, als ich zu Ende gebracht habe. Hier sind meine aktuellen Flop 5 aus den letzten Monaten:

1. The Stress of Her Regard - Tim Powers (Print; Viktorianisch, Fantasy)
An dem Buch habe ich nun ein paar Monate geknabbert und ich wollte es unbedingt gut finden, weil ich mal wieder eine ordentliche Vampirgeschichte auf Erwachsenenniveau lesen wollte. Leider ist mir die Erzählweise einfach zu angestaubt und die Grundidee, die für mich anfangs sehr spannend klang, zündet auch nach 200 Seiten noch nicht. Die Handlung dehnt sich und ist gleichzeitig irgendwie sprunghaft.
Ich würde sagen wem Jonathan Strange & Mr Norrell gefallen hat, dem wird wohl auch dieses Buch zusagen, für mich ist es leider nichts.


2. Divergent - Veronica Roth (eBook; Jugendbuch, Dystopie)
Wegen der im Kino anstehenden Verfilmung dachte ich mir lese ich diese Jugendbuchreihe mal an, vielleicht taugt sie ja zur Abwechslung mal was. Wie so oft: falsch gedacht.
Unglaubwürdige Charaktere, unglaubwürdige Gesellschaftsform, sinnfreie „Kastenwahl“ und - es darf ja scheinbar in keinem Jugendbuch mehr fehlen - eine zarte Liebe unter einem unglücklichen Stern der das Zusammensein freilich unmöglich macht. Drama, baby! *augenroll* Keine Ahnung was andere daran so unglaublich spannend finden.
Nach 13 Kapiteln war hier für mich schluss und das zur Zeit moderne Jugendbuch im Allgemeinen rückt noch einen deutlichen Schritt weiter in den Hintergrund auf meinem SUB.


3. Land des Todes - Alison Croggon (Print; Tagebuch, Fantasy)
Dieser Hexenroman ist wie ein Tagebuch verfasst, am ehesten würde ich es mit der Erzählweise von Dracula (Bram Stoker) vergleichen. Angeblich soll es auch eine ähnliche Gruselwirkung haben, das kann ich nicht beurteilen weil ich a) nicht sehr weit gekommen bin und b) auch Dracula nicht gruselig fand (und letztlich abgebrochen habe). Nicht meine Baustelle, bei so etwas schlafe ich schnell ein. Etwas irritiert hat mich in dem Zusammenhang auch der Klappentext, der mMn ein völlig anderes Buch beschreibt, vielleicht hätte sich das Wiedererkennen im späteren Verlauf des Buches ergeben, aber ich habe nach 80 Seiten aufgegeben.


4. The Witches of Eastwick - John Updike (eBook; Phantastik)
Sicher kennt der/die ein oder andere den Film dazu mit Jack Nicholson, Chèr und Michelle Pfeiffer in den Hauptrollen. Eine herrlich bissige Komödie aus den späten 80ern, die ich mir immer wieder ansehen kann. Höchste Zeit für mich also auch endlich mal das Buch in die Hand zu nehmen. Von Anfang an allerdings zeigen sich eklatante Unterschiede zum Film. Während die Hexen im Film ihre Fähigkeiten eher zufällig entdecken, kennen sie sie im Buch von Anfang an. Doch das ist gar nicht so sehr das Problem, das zeigt sich eher in einer ausschweifenden Liebe des Autors für belanglose Nebenhandlungen oder Beschreibungen der Beziehungsverhältnisse in einer Kleinstadt. In diesem Fall haben die Hexen eine Affäre mit allen Männern in der Stadt, was heißt alle Männer gehen fremd, deren Ehefrauen tun so als finde es nicht statt und oben drauf hat der Autor wohl versucht besonders emanzipierte Frauen zu beschreiben in dem er sie möglichst plump und schamlos agieren lässt. Wer nun denkt ein bisschen erotisches Knistern oder zwanglose Frauen, das schadet doch nicht hat sicherlich recht, in diesem Fall sind es eher Dinge wie Menstruationsdetails während des Aktes die ich auch als emanzipierte Frau als eher wenig erotisch empfinde. Schade, dass die Darstellung selbstbestimmter Frauen so oft mit dem völligen Verlust von Grenzen des allgemein moralischen Anstands und der „Appetitlichkeit“ der Themen einhergehen müssen.
Abgebrochen kurz vor dem Ende von Teil I: The Coven


5. Der schwarze Steg - Asa Larsson (Print, Schwedenkrimi)
Das dritte Buch aus der Reihe um Rebecka Martinson und wie schon zuvor herrscht hier die allgemeine Auffassung, dass Gewalt gegen Frauen und Tiere zum Alltag gehört und nicht weiter geahndet werden muss bzw. die Altherren-Täter finden immer ganz nette Möglichkeiten sich aus der Affäre zu ziehen und ungestraft davon zu kommen. Die Sicht der Welt ist mir eindeutig zu schwarzmalerisch und die Opfer sind mir zu bereit nicht nur ihre Erlebnisse hinzunehmen und daran kaputt zu gehen, sondern auch noch zuzusehen wie es sich bei der nächsten Generation wiederholt. Da es dann auch irgendwann vorhersehbar wird ist mir die Lust auf einen dritten Band oder mehr vergangen.
Adieu, Schwedenkrimis.