Sweetly - Jackson Pearce

Sweetly - Jackson Pearce

Vor zwölf Jahren sind Ansel und seine Schwester Gretchen im Wald verfolgt und knapp einem Monster, einer bösen Hexe, entkommen. Gretchens Zwillingsschwester hatte weniger Glück und ist seitdem verschollen. Niemand glaubt den beiden die Geschichte von der Hexe, und über die Jahre hinweg ist die restliche Familie zerbrochen, die Eltern im Kummer verstorben. Nun, da beide volljährig sind, setzt die Stiefmutter die beiden kurzerhand vor die Türe und die beiden Geschwister machen sich auf in den Süden, um ein neues Leben zu beginnen. Doch eine Autopanne zwingt sie einen Zwischenstopp einzulegen der sie näher denn je an die Hexe heranbringt …

- They burst from the woods onto their cool lawn. Get inside, get inside. Ansel flung the back door open and they stumbled in, slamming the door shut. Their father and mother ran down the stairs, saw their childen sweaty and panting and quivering, and asked in panicky, perfect unison:
»Where’s your sister?« -
Prologue, S. 6



Ach ja, die Märchen aus der Kindheit. Irgendwie begleiten sie uns doch auch Jahrzehnte später noch. Jackson Pearce scheint es damit ähnlich zu gehen und hat irgendwann angefangen die altbekannten Märchen neu zu interpretieren und sie etwas erwachsener zu machen. Den Anfang machte Sisters Red (Blutrote Schwestern) gefolgt von dem hier besprochenen Roman Sweetly.

Sweetly basiert auf dem Märchen von Hänsel & Gretel und verlagert die Erzählung in eine kleine Provinzstadt der modernen Gegenwart. Die böse Hexe kommt hier in verschiedenen Gesichtern daher, einmal in Form der realen Bedrohung, ein anderes Mal als Gefangene des eigenen Schicksals. Anders als im Vorgänger geht es bei Sweetly vor allem um Verluste und die Art und Weise, wie die Hinterbliebenen damit umgehen und auch um Freundschaften, Liebe und die Furcht vor sich selbst.
Die Erzählung ist um einiges ruhiger und melancholischer als Sisters Red und leider ist die Handlung auch schneller durchschaut. Trotzdem ist es interessant zu schauen, wie die Autorin das Märchen neu spinnt und ihm einen neuen Twist verschafft. Wer sich gerne mit abgewandelten Märchen unterhält, der ist bei den Romanen von Jackson Pearce nicht schlecht aufgehoben, ich würde allerdings empfehlen mit Sisters Red bzw. Blutrote Schwestern zu beginnen. Beide Romane sind zwar in sich abgeschlossen und können völlig unabhängig voneinander gelesen werden, Sisters Red bietet aber einfach den spannenderen Einstieg und die größere Abwechslung.

Die ausführliche Rezension zu Sweetly gibt es wieder in der Bibliotheka.

Quelle: http://www.bibliotheka-phantastika.de/rezensionen/sweetly