Sonnensturm - Asa Larsson

Sonnensturm -

In der schwedischen Kleinstadt Kiruna, auf dem Boden einer freien Kirche, liegt ein Priester in seinem Blut. Er wurde grausam verstümmelt, während draußen die Aurora Borealis über den Nachthimmel tanzt und Schneeflocken auf die Erde fallen …

Sonnensturm ist der erste Band aus der Rebecka Martinsson Reihe. Ein Schwedenkrimi mit einem Hauch von Mystery und Übersinnlichem.
Nach der Ermordung des Priesters wird die Schwester verdächtig, die sich in ihrer Verzweiflung an ihre Freundin aus Jugendtagen, Rebecka Martinsson, wendet. Rebecka ist eigentlich Steueranwältin, lebt inzwischen in Stockholm und hat verschiedene Gründe nie wieder in ihre alte Heimat zurückkehren zu wollen. Trotzdem lässt sie sich überreden und wird immer mehr von ihrer Vergangenheit eingeholt, die zusätzlich mit neuen Gefahren daher kommt.

Der Roman ist etwas für Freunde von Schneegestöber und wirklich gestörten Psychopathen, insgesamt ist Sonnensturm aber auch ein recht ambivalentes Leseerlebnis. Eigentlich gut geschrieben und bis zum Ende interessant, mit lebendigen Charakteren und dunklen Geheimnissen. Für mich hat dieser Krimi trotzdem nur zur Hälfte funktioniert was dem religiösen Schwerpunkt geschuldet ist. Als jemand die mit Religionen jedweder Form nichts anfangen kann, war die starke Fixierung auf Kirche, Bibelzitate, religiösem Fanatismus und Co. eher ermüdend, so dass ich irgendwann angefangen habe, manche Passagen nur noch zu überfliegen. Die Autorin rollt zum Ausgleich aber auch viele Ereignisse von hinten auf, die vor allem Rebeckas Vergangenheit betreffen und dem Buch eine zusätzliche Spannung verleihen, die sich abseits des eigentlichen Verbrechens abspielen und dabei fast noch interessanter sind, als die Suche nach dem Mörder. Die Vergangenheit ist stark mit dem aktuellen Mord verknüpft, so dass am Ende eine Runde Sache herauskommt, mit teils ungelösten Fragen und Andeutungen. Gestört hat mich dabei nur Rebeckas inkonsequentes Verhalten. Einerseits versucht die Autorin sie als selbstbewusste Frau darzustellen, die sich gegen alte Widersacher wehrt, die sie vor Jahren aus Kiruna vertrieben haben und dann kuscht Rebecka bei der nächsten Gelegenheit wie ein getretenes Hündchen vor den selben Männern, als hätte sie vergessen, dass sie kein verschüchtertes Mädchen mehr ist. Das passte nicht zusammen und hat mich schlichtweg verärgert.
Beim Stichwort Hündchen sollte auch eine Warnung hinterher geschickt werden. Wem es an die Substanz geht, dass Tiere gequält werden nur um die Grausamkeit des Killers noch deutlicher darzustellen, der hat hier zwischendurch eine harte Zeit vor sich, auch wenn es sich auf wenige Seiten beschränkt. Die Wirkung ist dafür sehr intensiv und unangenehm zu ertragen.

Als erster Teil einer Reihe kann das Buch letztlich überzeugen und bietet einen soliden Krimi. Aber da ist noch genug Luft nach oben und es gibt genügend Ansätze, die sich verbessern dürfen.