Moyas Buchgewimmel

Hi und willkommen auf meinen Seiten! Ich bin Sameena Jehanzeb, Autorin und Leseratte. Du findest hier alles Mögliche zum Thema Fantasy, SciFi und Anekdoten aus meinen Schreibprozessen.

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Rezension mit eindeutig nicht eindeutigem Empfehlungswert…

Toad Words and Other Stories - T. Kingfisher

Toad Words ist eine Sammlung von Geschichten und Gedichten, die teils auf allseits bekannten Märchen basieren und eine eher düstere Neuinterpretation abliefern.

 

 

It was all very well to go away in the night with an elfin boy with laughing eyes who taught you to fly, and promised that you’d never have to grow up, but it turned out that grown-ups had a great deal to do with meals arriving regularly and on time.
– Never

 

Die Geschichten in Toad Words wurden mitunter auf verstörende Weise neu gestrickt. Wie auch schon in The Raven And The Reindeer kommt in den Geschichten eine wenig amüsante Seite des des Frau seins zum Vorschein. So befasst sich T. Kingfisher in Toad Words mit Stalkern, Frauenmördern und Psychopathen, aber auch einer z.B. missverstandenen Meerhexe, deren Ausführungen plausible Gründe für ihr Handeln offenbaren.

Obwohl die Anthologie insgesamt durchaus lesenswert ist und auch erneut wichtige Schattenseiten aufgezeigt werden, die jedes Mädchen lieber früher als später wissen und verstehen lernen sollte, kann ich persönlich diese Erzählungen nicht positiv erleben. Zu bitter sind die allzu realen Tatsachen in diesen Geschichten, zu frustrierend ihre Anwesenheit im normalen Alltag. Andere LeserInnen erfreuen sich dabei an dem schwarzen Humor der Autorin und obwohl ich den hin und wieder zu entdecken vermag, so habe ich doch letztlich den Eindruck, dass Kingfisher und ich nicht unbedingt auf einer Wellenlänge liegen. Ich schätze ihre einzigartigen und andersartigen Ansätze, gleichzeitig frustrieren mich ihre gänzlich entzaubernden Erzählungen und Fingerzeige. Es liegt vermutlich daran, dass ich mir der angesprochenen Probleme in diesen Kurzgeschichten zu sehr bewusst bin und das nicht auch noch in meiner Freizeitlektüre brauche. Was mich außerdem irritiert, ist die frohgemute Bereitwilligkeit alter Tiere, ihr Leben für wildfremde Menschen zu opfern. Mal eben so, als wäre ein (altes) Leben ja kaum der Rede wert und der eigene Tod auch gar nicht so dramatisch. Alles ganz easy …

Wer sich mit dem Gedanken trägt einen Versuch mit dieser Autorin zu machen kann mit Toad Words natürlich nicht viel verkehrt machen. Der Preis ist erschwinglich und wenn man das Glück hat mit Kingfishers Stil zu harmonieren, dann tut man es wohl mit Haut und Haar. Wer sich da noch nicht ganz so sicher ist, kann einen Großteil der hier vorgestellten Erzählungen auch kostenlos im Blog der Autorin finden.

Ob ich nun empfehlen würde diese Anthologie zu lesen oder nicht, kann ich in diesem Fall nicht entscheiden. Es gibt vieles was großartig an Kingfishers Arbeit ist, aber zur selben Zeit ist das Großartige daran auch das enorm Frustrierende. Man sollte es gelesen haben, aber im Nachhinein betrachtet wäre es mir lieber gewesen, ich hätte es nicht getan.

Mein persönliches Fazit also: Ich bin einfach nicht für grimdark, grim & gritty – oder wie auch immer man es sonst noch nennt – gemacht. Dafür hat es davon im Alltag einfach schon zu viel und gerade als Frau gibt es eigentlich keine Möglichkeit sich davon freizumachen. Kingfisher ist daher von meiner Leseliste zukünftig gestrichen, um mich nicht auch noch in meiner Bücher-Auszeit mit Psychopathen, Frauenfeinden, Vergewaltigern und anderen haste-nich-gesehen-Arschnasen beschäftigen zu müssen, die in der Regel auch noch ungestraft davonkommen.

Zu den einzelnen Erzählungen:

1. It has come to my Attention
Ein Gedicht über eine Person die sich für das Wesen von Märchen interessiert. Viel mehr kann ich dazu nicht sagen, weil es mir etwas schwer gefallen ist, hier konzentriert bei der Sache zu bleiben.

2. Toad Words
Das Märchen auf dem Toad Words basiert ist mir bisher unbekannt, daher kann ich keinen Vergleich ziehen. Erzählt wird aus der Perspektive einer Person, die beim Sprechen Frösche und Kröten spuckt, während die Schwester Juwelen ausspuckt. Beide Figuren haben ihre Schwierigkeit mit dem ihnen auferlegten Fluch, wobei die Erzählstimme wohl mehr zu leiden hat, letztlich aber ihren Frieden damit schließt und dem Fluch sogar etwas positives abgewinnen kann.

3. The Wolf and the Woodsman
Ein verdrehtes Rotkäppchen-Märchen in dem die Großmutter von einem Holzfäller gestalked und angegriffen wird. Der Wolf ist hier nicht der Böse, sondern ein pragmatischer Gehilfe.

4. Bluebird’s Wife
Dies ist wohl die Geschichte, die mir in dieser Anthologie am besten gefallen hat. Bluebird’s Frau muss sich hier mit der Erkenntnis auseinandersetzen, dass ihr liebevoll wirkender Gatte ein Serien-Frauenmörder war. Die Überlegungen der Protagonistin machen sie lebendiger als die Figuren der anderen Erzählungen, weil man recht tief in ihre Gedankenwelt eintaucht und sich fragt, wie man selbst mit einer solchen Situation umgehen würde. Auch ist die sonst eher gerade stattfindende Gewalt hier ein bloßer Rückblick auf Tatsachen, so dass die Morde an sich weniger Raum einnehmen als das Befinden der Erzählerin.

5. Loathly
Und damit zu der Geschichte, die ich am meisten verabscheue. Nicht, weil sie schlecht erzählt wäre, sondern weil mich das Geschehen einfach wütend macht. Loathly ist nichts für zarte Nerven und schon gar nichts für Missbrauchsopfer. Da blättert man lieber weiter, denn jede neue Entwicklung in dieser Geschichte ist in höchstem Maße demütigend, einengend, beraubt einen der Selbstbestimmung und ist entsprechend emotional fordernd. Atmosphärisch wirklich gut gemacht, ist Loathly inhaltlich leider einfach nur deprimierend.

6. The Sea Witch sets the Record straight
Die ist eine »Korrektur« von Disneys Arielle – Die kleine Meerjungfrau. Hierin klärt Hexe Ursula über ihren wahren Gründe dafür auf, weshalb sie sich gezwungen sah Arielle die Stimme zu nehmen. Das geschah nicht etwa aus Boshaftigkeit, sondern zum Schutz des Meervolks. Nach Loathly ist diese Erzählung deutlich leichtere und weniger deprimierende Kost, wirklich glücklich macht sie einen aber auch nicht. Kingfishers Protagonistinnen haben wirklich nicht viel zu lachen.

7. Never
Auch Peter Pan kommt in dieser Anthologie nicht weg ohne sein Fett abzukriegen. In Never erleben wir den kleinen Kinderdieb als sadistischen Psychopathen, der die Kinder in Gefangenschaft hält, bis sie ein bestimmtes Alter erreichen. Danach … tja. Adieu, grausame Welt.

8. Bait
Ein kurzes Gedicht, wohl aus der Sicht der Schneekönigin. Es bleibt nicht viel davon hängen, aber wenigstens ist es nicht so entmutigend wie die meisten anderen Geschichten in dieser Anthologie.

9. Boar & Apples
Diese Nacherzählung von Schneewittchen dürfte wohl das längste und am besten ausgearbeitete Stück der Anthologie sein. Die böse Königin ist in der Tat böse, der Spiegel allerdings auch und die Abläufe relativ tragisch bis herzlos. Schneewittchen wirkt anfangs ziemlich egozentrisch, entwickelt sich im Laufe der Ereignisse aber zu einer wesentlich sympathischeren Figur. Wenn sich Toad Wordsfür eine Geschichte alleine lohnt, dann ist es wohl diese. Wieder viele desillusionierende Dinge, aber immerhin halbwegs hoffnungsvoll im Ausgang.

10. Odd Season
Da macht der Name dem Gedicht wohl alle Ehre, ich habe einfach keine Ahnung, was mir die Autorin hier mitteilen wollte. Worum ging es noch gleich?

Quelle: http://moyasbuchgewimmel.de/rezensionen/titel/t/toad-words

Wundervoll illustrierte und charmante kleine Geschichte

The Fox and the Star - Coralie Bickford-Smith

Fuchs lebt alleine in einem dichten dunklen Wald. Sein einziger Freund ist Stern, den er jede Nacht durch eine kleine Lücke in den Baumkronen sehen kann. Stern ist ein schweigsamer Freund, aber er leuchtet Fuchs treu den Weg und leistet ihm stets Gesellschaft in der Dunkelheit. Doch dann ist Stern auf einmal verschwunden. Fuchs wagt sich aus seinem vertrauten Bau um seinen Freund Stern wiederzufinden.

 

 

All of Fox’s happiness was bound to the flickering light of Star.

 

Also gut. Die Inhaltsbeschreibung verrät es ja schon: Bei diesem Buch handelt es sich unverkennbar um ein Kinderbuch. Warum ich trotzdem zugreifen musste verrät aber vielleicht schon der Blick auf dieses unheimlich schöne Cover, bei dem es doch wirklich schwer ist zu widerstehen. Und mit dem Cover ist es auch eben nicht vorbei, denn die Innenillustrationen vermögen mit einer ebenso schlichten Ästhetik und nur drei Farbtönen ebenso zu begeistern.

Illustratorin und Autorin dieses Werks ist Coralie Bickford-Smith, die auch für zahlreiche Buchcover des Penguin Verlags verantwortlich ist. Mit The Fox And The Star erhält sie nun die Möglichkeit ihre einmalige Kunst ins Zentrum der Erzählung zu stellen und ich muss gestehen, ich kann mich an diesen zauberhaften Illustrationen nicht satt sehen. Kinderbuch hin oder her, dieses Buch ist für Erwachsene genauso geeignet wie für Kinder, zumindest wenn man sich an guter Kunst erfreuen kann. Die wuseligen Illustrationen strotzen nur so vor Leben und sind mindestens so herzerwärmend wie die in wenigen Sätzen erzählte Geschichte selbst.

Abgesehen davon, dass wir es hier mit einer seltenen Augenweide zu tun haben ist The Fox And The Star einfach ein charmantes kleines Buch über Freundschaft, Verlust und den Mut sich seiner Angst zu stellen. Zugegeben, für einen Erwachsenen bietet die Geschichte nun natürlich nicht die große Spannung und ist im Nu ausgelesen. Hier und da möchte man auch ein wenig kritisieren, aber wer ein richtig schönes Kinderbuch mit einer süßen Geschichte sucht, der braucht dieses Büchlein.

Fox and the Star von Coralie Bickford-SmithFox and the Star von Coralie Bickford-SmithFox and the Star von Coralie Bickford-Smith

 

 

Quelle: http://moyasbuchgewimmel.de/rezensionen/titel/f/the-fox-and-the-star

Es hatte so gut angefangen ...

The Moon King - Neil Williamson

Glassholm, die Stadt unter dem Mond, hat ein Problem. Vor fünfhundert Jahren hat der Lunane den Mond eingefangen und damit die Entstehung von Glassholm ermöglicht. Doch nun scheint seine Macht zu schwinden. Das Gleichgewicht gerät immer öfter ins Wanken, ein Mord geschieht zur völlig falschen Zeit des Monats und es bahnt sich eine Rebellion an. Eines Morgens erwacht Anton im Palast des Lunane und jeder will ihm einreden, dass er der König von Glassholm sei. Die Reaktionen der Menschen scheinen die Behauptung zu bestätigen, doch Anton hat berechtigte Zweifel.

 

 

While the moon grows fat, we’re happy
While the moon grows thin, we cry
When the moon shines Full, we’ll party
And when Dark Day comes, we hide
For we are the people of the moon, the people of the moon are we.
This has been our way since the Founding days, and ever now shall be.
– (Popular Song)

 

In Sachen Weltenaufbau hat sich der Autor für sein Debütwerk etwas spannendes ausgedacht. Die Menschen von Glassholm reagieren sehr stark auf die Mondphasen. Zu Vollmond sind sie überglücklich, feiern ausschweifend und freuen sich des Lebens als wären sie auf Droge. Das geht so weit, dass sie am nächsten Morgen manchmal nicht mehr wissen, was sie in der Vollmondnacht getrieben haben. Auf der anderen Seite steigen Depression und Gewaltbereitschaft, sobald es auf den Neumond zu geht.
Daneben ist auch der technische Schnickschnack spannend. Es wirkt alles so, als wäre Glassholms Entwicklung irgendwo zu Beginn der Industrialisierung stehen geblieben. Nicht ganz Steampunk, aber doch recht nah dran. Hier kommt dann noch eine Prise Magisches dazu. Ein körperloser Verstand der Besitz von anderen Menschen ergreifen kann, Kinder, die nur aus Wasser, Muscheln und Seetang gemacht sind, Äffchen die das Glück verteilen und natürlich die Wirkung des Mondes selbst. Es ist ein Balance-Spiel das bis ins Extrem getrieben wird. Die Welt von Glassholm ist eine interessante Mischung aus altmodischen Maschinen und sagenhafter Phantasiegestalten.
Nachdem mich diese Eindrücke überzeugt und im ersten Viertel in erwartungsvolle Euphorie versetzt haben, kam aber nach und nach die Ernüchterung.

Es beginnt damit, dass die zahlreichen Rechtschreibfehler in The Moon King irgendwann einfach unglaublich nerven. Es geht da nicht nur um einzelne ausgelassene oder verdrehte Buchstaben, sondern um gänzlich fehlende Worte oder gar Wortverwechslungen. Wenn da in einem Satz zum Beispiel »ground« statt »groaned« steht, dann unterbricht das sehr zuverlässig den Lesefluss, weil man erst einmal verwirrt überlegen muss was gemeint ist. Damit alleine könnte man sich womöglich abfinden, wenn der Rest zu begeistern wüsste, doch so richtig kommt die Geschichte nicht in Gang, denn auch die Charaktere bieten einem keinen Halt.

Es gibt drei Hauptfiguren aus deren Perspektive die Geschichte abwechselnd erzählt wird: Erfinder Anton, Künstlerin Lottie und Polizist Mortlock. Obwohl sie alle interessant starten wird es im Verlauf schwierig mehr in ihnen zu sehen als dünne Worte auf dem Papier. Vor allem das Konzept des Lunane, des Königs von Glassholms, hätte großartig werden können, doch sein Umgang mit Anton macht ihn bald sehr unsympathisch und seine Entscheidungen sind stark konstruiert auf Kosten der Glaubhaftigkeit. Man kann das leider nicht näher erklären ohne dabei zu spoilern, darum nenne ich lieber keine Details, aber insbesondere am Schluss kann man dann wirklich nur noch den Kopf schütteln.

Als nächstes wäre da Lottie, die zur Heldin des Romans hätte werden können, wenn sie nicht mitten drin ihre bis dahin gezeigte Unabhängigkeit völlig vergessen würde und Hilfe bei ihrer Mutter suchen würde, die Lottie bisher verachtet hat, weil sie das fanatische Oberhaupt eines Blut-Kultes ist. Es ist sehr unglaubhaft, dass Lottie in ihrer Lage ausgerechnet dort Hilfe sucht, wo doch das zuvor geschilderte Verhältnis von Mutter und Tochter so gar keine Basis dafür liefert. Die ganze Episode die dann folgt ist bestenfalls abstoßend zu nennen, es sei denn man steht auf eine Menge (Menstruations-)Blut. Bei aller Liebe für einen offenen Umgang mit dem weiblichen Zyklus, solche Beschreibungen wie hier erzeugen eher ekel vor dem Thema und bauschen das Negative auf, das ohnehin in den Köpfen vieler Menschen verankert ist. Von der völlig realitätsfernen, demütigenden, unterdrückenden Vorgehensweise der Anhängerinnen dieses Kultes will ich gar nicht erst anfangen. Nach den Schilderungen hat Frau erstmal Lust ein ordentliches Schaumbad in einem weiß gefliesten Badezimmer zu nehmen…
Zum Schluss bleibt noch Polizist Mortlock, der den Mörder einer Kollegin suchen soll. Mortlock startet als ausgebrannter Cop-Noir mit der üblichen dunklen Vergangenheit und schon ein paar Seiten später werden einem die Hinweise in Leuchtschrift vorgesetzt, so dass hier nicht mehr viele Geheimnisse bleiben. Sein weiteres Tun kommt dann auch nicht überraschend. Tja, noch so ein Ding das für sich allein genommen nicht weiter tragisch gewesen wäre, in Kombination mit den restlichen Mängeln für das Buch aber ein weiterer Spatenstich ins eigene Grab wird.

The Moon King beginnt also spannend und endet frustrierend. Die tollen Ideen die sich am Anfang abzeichneten wurden gerade zum Schluss hin völlig vermurkst. Ich wollte das Buch wirklich mögen, weil der Anfang so vielversprechend war und die Stadt bzw. die Insel mit ihren Eigenarten wunderbar gezeichnet wurde. Doch was Handlung und Figuren angeht bleibt einfach nicht viel von der ersten Begeisterung übrig. Es ist auch letztlich nicht klar, wie es dann zu dem Ende gekommen ist, weil es keine echte Entwicklung dahin gibt. Plötzlich werden einem irgendwelche neuen Tatsachen um die Ohren gehauen die auch hinterher nicht logisch nachvollziehbar sind. In der Regel ist es ja toll, wenn einen ein Autor zu überraschen vermag, so allerdings war es nicht nur eine Überraschung sondern ein genervtes »Hä?«, das den Schluss von The Moon King ausmacht. Schade. Trotz Nominierung für zwei Buchpreise gibt es von mir leider keine Leseempfehlung.

Quelle: http://moyasbuchgewimmel.de/rezensionen/titel/m/the-moon-king

Frohe Ostern, liebe Buchratten!

Frohe Ostern Scherenschnitt

Ich poste mal nahezu kommentarlos ein Bild und wünsche euch ein paar frohe Festtage. Füße hoch, Buch raus! :D

Quelle: http://www.saje-design.de/2016/03/10/scherenschnitt-ostern

Noch mehr Schneekönigin!

The Raven and the Reindeer - T. Kingfisher

Die Teenager Kay und Gerta kennen sich seit ihrer Geburt und verbringen viel Zeit miteinander. Doch während Gerta sich beinahe bis zur Lächerlichkeit anbiedert um Kays Zuneigung zu gewinnen, macht der sich eines Nachts mit der Schneekönigin davon. Gerta, die nur zusehen kann wie der Freund verschwindet und sicher ist, dass er verzaubert wurde, begibt sich bald darauf selbst auf den Weg um ihren geliebten Kay aus den Händen der Entführerin zu befreien. Auf ihrem Weg in den kalten Norden wo ewiger Winter herrscht, findet Gerta ihre eigene Stärke, neue Verbündete und eine Welt voller Magie, die nicht immer freundlich ist.
Ein altes Märchen in völlig neuer Gewandung!

 

 

»In all the old stories, the only thing that ever won was love. And occasionally a good sharp knife.«

 

Die Neuinterpretation von Märchen erfreut sich seit einigen Jahren großer Beliebtheit. Eine großartige Entwicklung für alle Märchenfreunde. The Raven And The Reindeer ist eine solche Nacherzählung die auf Hans-Christian Andersens Märchen Die Schneekönigin basiert, der Vorlage aber ein paar zeitgemäße Wendungen und Sichtweisen verpasst. Mit einer erzählerisch starken und gewitzten Autorin wie Ursula Vernon – die hier wie bei all ihrer Erwachsenenliteratur unter dem Pseudonym T. Kingfisher auftritt – wird mit eingestaubten Klischees abgerechnet.

Der Anfang von The Raven And The Reindeer allerdings zieht sich etwas und zumindest mir ist der Einstieg doch ziemlich schwer gefallen. Der Grund dafür ist, dass die Autorin eine sehr stark feministisch geprägte Linie verfolgt und das zu Beginn ihrer Geschichte derart ausreizt, dass einen die moralische Keule und die überdeutliche Kritik am gängigen Frauencharakter schnell in einen Genervtheitszustand befördert. Ein bisschen weniger hätte es sicher auch getan, denn so hätte ich diese eigentlich sehr schöne Erzählung beinahe abgebrochen, wenn da nicht Gertas gnadenlos ehrliche Großmutter mit der rettenden Prise Witz und Biss gewesen wäre. Die alte Dame ist nämlich um keine kesse Bemerkung verlegen, verpasst ihrer Enkelin dezente Dämpfer und versucht sie zu ermutigen ihren Horizont doch ein wenig zu erweitern und Kays abweisendes Verhalten zum Beispiel nicht als gut verborgene Liebe zu glorifizieren. Gut, dass geht an Gerta erstmal vorbei, aber die Leserschaft vermag es bei Laune zu halten.

In dieser Neuerzählung ist Kay also von Anfang an ein eher unterkühlter Zeitgenosse der Gerta die kalte Schulter zeigt, während die völlig verstrahlte Gerta glaubt in ihm die große Liebe gefunden zu haben. Sie stellt sich immerzu selbst in Frage wenn es um Kay geht, interpretiert belanglose Dinge als Beweise von Kays Zuneigung für sie und trifft Aussagen wie die, dass Kay etwas besseres als Gerta verdient habe, oder dass er sie unter seiner abweisenden Fassade in Wahrheit aufrichtig liebt. Gertas Gedanken sind zum Teil durchaus unangenehm realistisch und erinnern einen an so manch ungesunde Jugendliebe. Dennoch ist sie im ersten Teil der Handlung letztlich ein extrem Nerven zermürbender Kleingeist der sich dermaßen anbiedert, dass man dem Mädchen zeitweise gerne zum Gnadentod verhelfen würde. Glücklicherweise wandeln sich die Dinge, sobald Gerta ihre Rettungsmission antritt und ihre Erfahrungen, außerhalb des Dorfes, ihr liebeskrankes Verhalten mehr und mehr ersetzen. Amüsante Details wie etwa dem, dass Gerta sich bei ihrem langen Fußmarsch eine Blase läuft, sorgen endlich für erste Momente des Kicherns.

Die Autorin hält sich bei Gertas Reise im wesentlichen stark an den Ablauf des ursprüngliches Märchens und so kommt Gerta zunächst einmal in den Garten der Hexe, wo sie monatelang in einem magischen Bann gefangen gehalten wird. Jede Station birgt auch Lektion für die Reisende und die Leserschaft. Später trifft Gerta dann auf den Raben Mousebones der mit besserwisserischen Sprüchen, nicht eindeutigem Geschlecht und gesundem Ego Schwung in die Handlung bringt. Man könnte sagen das Erscheinen von Mousebones markiert den Wendepunkt von The Raven And The Reindeer, denn ab hier geht es stetig bergauf und steigert sich sowohl in Sachen Witz, als auch darin was die Eigeninterpretation des Märchens angeht. Die Handlung beginnt etwas mehr von der Vorlage abzuweichen und sich auf neue Ideen zu konzentrieren. Richtig spannend wird es ab dem Zeitpunkt als Janna mit ins Spiel kommt. Die dunkelhäutige Räubertöchter sorgt für ordentlich Verwirrung in Gertas Leben und bringt sie auf völlig neue Ideen. Jannas Figur ist insgesamt das völlige Gegenteil von Gerta. Sie ist selbstbewusst, draufgängerisch und ein ungezähmter Freigeist. Mit Janna kommt auch das im Titel erwähnte Rentier in die Handlung. Was folgt ist eine phantastische Episode in der Formwandler den magischen Wegen der Rentiere durch eine weite Schneelandschaft folgen, bis hin zum Schloss der Schneekönigin, wo geschwätzige Riesenotter albern herumtollen.

Man muss sagen The Raven And The Reindeer liefert einen schwierigen Einstieg und die Schneekönigin selbst hat nur eine unbedeutende Nebenrolle in der Handlung, dafür gibt es aber insgesamt viele andere sympathische (Frauen-)Figuren, die mal mehr und mal weniger abgebrüht sind. Es ist letztlich aber vor allem die Geschichte von Gerta die erwachsen wird und mehr zu sich selbst findet als zu Kay. Es gibt sicher ein paar Dinge die mir etwas übertrieben erscheinen, doch je näher man dem Ende der Geschichte kommt, desto unterhaltsamer, amüsanter und zauberhafter wird dieses neue, moderne und gleichzeitig alte Märchen, das man tatsächlich nicht verpassen sollte. Es stecken viel Witz, Magie und durchaus ernste Botschaften in dieser zeitgemäßen Interpretation der Schneekönigin. Unter dem Strich gibt es also eine klare Leseempfehlung von mir.

Quelle: http://moyasbuchgewimmel.de/rezensionen/titel/r/the-raven-and-the-reindeer

Großartige Krimi-Noir Science Fiction mit Endzeitcharakter!

Depth - Lev Ac Rosen

Für Privatdetektivin Simone Pierce hätte der aktuelle Auftrag reine Routine werden sollen: Einen untreuen Ehemann und eine attraktive Blondine in flagranti ertappen. Doch die Dinge kommen anders und alles andere als erfreulich. Als der zu beschattende Gatte plötzlich als Wasserleiche auftaucht und Simones Klientin verschwindet wird die Detektivin selbst zur Verdächtigen. Auf der Suche nach Beweisen die sie entlasten stolpert Simone über mörderische Kunstdiebe, die einem Schatz auf der Spur sind der unmöglich existieren kann.

 

 

It wasn’t the iconic skyline of the past – just the top, with wide plains of ocean between crumbling towers, and large boats floating low on the horizon, like a steel archipelago.
– One

 

Depth ist ein Roman wie ich ihn in dieser Form noch nicht gesehen habe. Der Autor kombiniert eine postapokalyptische Welt mit futuristischer Science Fiction und Elementen des Krimi-Noir.
Man schreibt ungefähr das Jahr 2200 (ganz genau wird es nicht genannt) und die Polarkappen sind aufgrund der Klimaerwärmung und Umweltverschmutzung geschmolzen. Als Folge daraus ist der Meeresspiegel angestiegen und hat einen Großteil der Kontinente geflutet. In Depth lernen wir den Handlungsort New York nun von einer erhöhten Position her kennen, wo alle einstigen Wolkenkratzer unterhalb des einundzwanzigsten Stockwerks geflutet sind und die Zugänge nur durch teils recht wackelige und rutschige Brückenkonstruktionen erreichbar sind.

Schon von der ersten Seite an zeigt sich der faszinierende Weltenbau dieses Romans, der durch gut durchdachte Details glaubhaft und sehr lebendig wird. Neben der plastischen Schilderung eines New Yorks das aus Gebäuderesten, Brücken und Booten besteht, ist vor allem interessant, dass die Technologie sich weiterentwickelt hat. Üblicherweise ist es in postapokalyptischen Szenarien ja doch eher der Fall, dass die Menschen ihr einst technologisches Wissen verloren haben. Hier aber gibt es Kameras die sich auf Kartengröße zusammenschrumpfen lassen, Generatoren die Energie aus Meeresalgen gewinnen oder Kleiderstoffe, die einen gegen das allgegenwärtige Salzwasser schützen. Neben dem technischen Fortschritt hat sich die Gesellschaft der USA, die als Weltmacht abgelöst wurde, dagegen menschlich deutlich zurückentwickelt. Auf dem übrig gebliebenen Festland haben sich religiöse Fanatiker durchgesetzt die nun ein patriarchalisches Regime der Prüderie führen. Verhütungsmittel sind verboten, Frauen haben eine strickte Kleiderordnung zu befolgen und Homosexualität endet im besten Fall in einem Erziehungslager, im schlechtesten Fall mit dem Tod – wobei man da streiten kann, was nun tatsächlich besser ist für die betroffene Person. New York liegt inzwischen aber so weit vom Festland entfernt, dass man die Gesetzte dort großzügig ignorieren kann und die Stadt ohnehin nicht mehr als Teil der USA sieht.

Wem der spannende Weltenbau mit all den tropfenden und schwappenden Details noch nicht reicht, der kann sich zusätzlich an vielfältigen und einnehmenden Charakteren erfreuen, die noch dazu Abstand nehmen von den üblichen Klischees. In Depth tauchen überraschend viele Frauen als Hauptfiguren auf, die sich für mein Empfinden sehr glaubhaft verhalten und weder übertrieben stark noch ermüdend hilfsbedürftig erscheinen. Allen voran betrifft das natürlich Privatdetektivin Simone die genauso lasterhaft wie ihre männlichen Kollegen sein kann, aber auch sehr gewissenhaft bei der Arbeit und ihren Prinzipien treu ist. Kurzum Simone ist einfach eine coole Protagonistin die im Verlauf der Handlung ungeplant auch immer mehr eigene nebulöse Details ihrer Vergangenheit aufdeckt.
Neben Simone gibt es einige Nebenfiguren die reichlich Unterhaltung und ein lebhaftes Geflecht von Interaktionen bieten. Eine Figur allerdings, Danny, hätte noch viel mehr eigene Geschichte verdient, was mich auf eine Fortsetzung hoffen lässt. Danny verdient sich seinen Lebensunterhalt als eine Art Wahrsager, die Wahrheit über seine Vergangenheit und darüber was er wirklich kann kennt aber nur Simone. Auch wenn der Roman in sich abgeschlossen ist bietet die Welt von Depth und die Figuren darin noch so viele Möglichkeiten für weitere Geschichten die ich unheimlich gerne lesen würde.

Depth ist ein Buch das mich überraschen und sofort in seine Welt hineinziehen konnte. Das einzige Manko ist eine kleine Logikfrage danach, weshalb nie jemand neugierig genug war die gefluteten Tiefen der Stadt zu erforschen. Tiefseetaucher und Höhlenforscher müssten doch eine gnadenlose Neugier dafür haben, welche Geheimnisse seit mindestens hundert Jahren dort unten vergraben liegen. Doch davon einmal abgesehen kann Depth nur dringend empfohlen werden. Wer sich in eine imposante Mischung aus Mystery, Krimi und dystopische Science Fiction begeben möchte kommt um Depth nicht herum.

Quelle: http://moyasbuchgewimmel.de/rezensionen/titel/d/depth

Backstunde! Nom Nom …

Es wird wieder lecker, liebe Schlemmermäulchen! Diesmal hat mich ein Filmtitel zum Backen verleitet. Kein Film der mich beeindruckt hätte, aber der Titel bleibt leider hängen, besonders wenn einem Netflix wochenlang vorschlägt, man solle ihn sich doch ansehen … Die Rede ist von My Blueberry Nights.

Moya backt: Haselnuss-Blaubeerkuchen

Nachdem ich zum hundertsten Mal das Wort Blueberry gelesen hatte schlug die Gehirnwäsche also endlich zu und so wanderten in der letzten Woche die Zutaten für Moyas Blaubeerkuchen Spezial auf den Einkaufszettel:

Für den Kuchenboden:
150 g Butter
100 g Zucker
1 Ei
150 g Mehl (Typ 550)
150 g gemahlene Haselnüsse
1 TL Backpulver
Fett für die Form

Für die Füllung:
250 g Quark
50 g Zucker
1 Ei
ca. 1/2 TL gemahlene Bourbon Vanille
500 g Blaubeeren (frisch, gewaschen und abgetropft)

Dann mal auf ans Eingemachte! Wir fangen mit dem Teig an und geben Mehl, 100 g Zucker, 1 Ei, die Butter, das Backpulver und die Haselnüsse in eine Schüssel und kneten daraus einen Mürbeteig zusammen, den wir anschließend in eine gefettete Springform mit ca. 28 cm Durchmesser geben. Den Kuchenrand ziehen wir auf etwa 4-5 cm hoch.
Tada, schon ist der erste Teil geschafft. Zeit, den Ofen vorzuheizen und zwar bei 200° Umluft.

Während der Ofen auf Temperaturen kommt geben wir den Quark, das verbliebene Ei, die gemahlene Vanille und 50 g Zucker in eine Schüssel und rühren mit einem Schneebesen alles glatt. Haben sich die Zutaten gut vermischt, heben wir die Blaubeeren unter und schütten alles in die wartende Backform. Die Masse nun verteilen und dann auf mittlerer Schiene ab in den muckelig warmen Ofen damit. Nach 30 – 40 Minuten ist der Kuchen fertig. Schaut nach 30 Minuten auf jeden Fall mal nach wie die Farbe des Kuchenrands ist. Er soll schließlich nicht schwarz werden und es ist ja jeder Ofen ein bisschen eigen.

Wenn die Füllung eine goldgelbe Farbe erreicht hat darf der Kuchen aus dem Ofen heraus und eine Weile abkühlen. Währenddessen habt ihr Zeit euch schon einmal ein gutes Buch bereit zu legen. 

Wenn alles glatt gelaufen ist habt ihr nun einen saftigen Obstkuchen mit einem nussig krossen Rand, der gleichzeitig innen fluffig ist. Ich hoffe er schmeckt euch!

Fett für die Form

Fett für die Form

Quelle: http://moyasbuchgewimmel.de/moya-backt-haselnuss-blaubeerkuchen

Filmgedanken: Die Schneekönigin (1957)

Neulich habe ich es geschafft einen Film aus meiner ganz frühen Kindheit wieder auszugraben. Die Schneekönigin stammt aus dem nahezu vorsinnflutlichen Jahr 1957 und erzählt, wer hätte es gedacht, das Märchen von Hans-Christian Andersen nach. 

Weil sich booklikes mal wieder als sehr störrisch erweist im Einbetten von Videos und dem ordentlichen Textumfluss bei Bildern, schaut bitte direkt auf meinem Blog vorbei, wenn euch Die Schneekönigin interessiert. Zum Artikel geht es hier entlang. :)

Quelle: http://moyasbuchgewimmel.de/filmgedanken-die-schneekoenigin-1957

Rezensiert: Greifen, Grabraub und Gelichter

Greifen, Grabraub und Gelichter - Maike Claußnitzer

Fünf Geschichten entführen in die mittelalterliche Welt von Aquae Calicis, wo Barsakhanen, Diebe und Geister auf ganz unterschiedliche Art und Weise Unruhe stiften. Manchmal allerdings ergeben sich auch Bündnisse und Freundschaften dort, wo man es nicht erwarten würde.

 

Das Leben war zwei, drei Tage lang herrlich gewesen.
– Der Mann, der die Greifen füttert

 

Schon mit Tricontium hat uns Autorin Maike Claußnitzer ihre historisch anmutende Welt Aquae Calicis entführt, die mit einer ruhigen Erzählweise, einem Schuss Fantasy und subtilem Humor zu überzeugen vermag. In der AnthologieGreifen, Grabraub und Gelichter begeben wir uns nun in die selbe Welt und treffen in drei der fünf Geschichten auf bekannte Romanfiguren. Es ist allerdings nicht zwingend nötig den Roman gelesen zu haben, die Geschichten funktionieren auch prima ohne Vorkenntnisse. Wer viel Wert auf Charakterentwicklung legt der wird natürlich mehr Freude an Herrad, Wulfila und den anderen Figuren ausTricontium haben, wenn das Buch vorher bekannt ist. Die Figuren in den beiden Geschichten »Der Mann, der die Greifen füttert« und »Der Weg ins andere Land« sind dagegen neu und hier wird der Charakter der Protagonisten auch stärker herausgearbeitet, so dass plastische Hintergründe entstehen. Seien es nun tapfere Kriegerinnen oder notgedrungene Diebe, alle Personen haben meist eine durchwachsene Vergangenheit, die die Protagonisten glaubhaft erscheinen lässt.

Wie auch im Roman treffen in der Anthologie subtiler Humor und der Ernst des Lebens aufeinander. Es herrscht insgesamt eine versöhnliche Grundstimmung und Konflikte werden zumeist diplomatisch gelöst. Hin und wieder helfen aber auch die besten Worte nichts, da ist dann doch das Schwert gefragt. In Greifen, Grabraub und Gelichter treten dabei Frauen und Männer ganz selbstverständlich gleichberechtigt auf. Ein erfreulicher Umstand der zeigt, wie ausgeglichen die Geschlechterfrage sein kann. So kann der Sohn eines Häuptlings genauso unglücklich und verzweifelt über seine bevorstehende Zwangsheirat mit einer gewalttätigen Räuberin sein, wie eine junge Frau zur schwertschwingenden Vagabundin wird, um eben jenem Schicksal zu entgehen.

Für die extra Portion Schmelzfakor sorgen die unglaublich niedlich beschriebenen Tierchen in den Geschichten. Drache Gjuki ist den Lesern von Tricontium dabei sicherlich schon längst ans Herz gewachsen, doch nun kommen noch die kauzigen kleinen Greife hinzu, die sich gerne am Eintopf der Menschen bedienen und gelegentlich selbst nur knapp der Bratpfanne entgehen. Diese Tiere werden mit wenigen Details so liebevoll beschrieben, dass man sie während des Lesens lebendig zwischen den Ästen hin und her springen oder sich im Hemd des Menschen zusammenrollen sieht.

Wer Tricontium kennt wird auch die Anthologie mögen. Für alle anderen bilden diese kurzen Geschichten einen schönen Einstieg, um die Erzählweise der Autorin kennenzulernen, vor allem dann, wenn man zwar einen Hauch Mythos und Phantastik mag, aber keine offensive Zauberei. Greifen, Grabraub und Gelichterliest sich mehr wie eine historisch denkbare Welt, in der sich eben auch ein paar Geister und Fabelwesen tummeln. Die Geschichten dürften daher auch für Leser geeignet sein, die sonst nicht viel mit Fantasy am Hut haben.

Quelle: http://moyasbuchgewimmel.de/rezensionen/titel/g/greifen-grabraub-gelichter

Rezensiert: Winter

Winter (The Lunar Chronicles) - Marissa Meyer

Die Schlinge um Königin Levanas Hals zieht sich enger zusammen. Cinder und ihre Freunde sind entschlossen die Mondkönigin zu Fall zu bringen und den Krieg zwischen Mond und Erde zu einem friedlichen Ende zu bringen. Während Kai direkt an der Front steht und mit Levana vor den Traualtar treten muss, schleichen sich Cinder und die anderen auf Luna ein, um eine Revolution zu starten. Doch schon bei ihrer Ankunft beginnen die Dinge anders zu laufen als es die Gruppe geplant hatte.

 

 

Winter’s toes had become ice cubes. They were as cold as space. As cold as the dark side of Luna.
– One

 

Alles hat ein Ende, auch die Lunar Chronicles. Mit Winter ist der Autorin ein durchaus würdiges Ende gelungen, wenn auch mit ein paar Abzügen.

Fangen wir mit den guten Sachen an!

In Winter lernen wir die gleichnamige Stieftochter von Levana noch etwas intensiver kennen, als in den vorherigen Bänden. Sie ist eine sympathische Figur, die vor allem durch ihren mental zerbrochenen Zustand unheimlich liebenswert wird. Von allen Figuren ist Winter wohl auch die tragischste, auch wenn man das vielleicht erst auf den zweiten Blick wirklich merkt. Sie weiß, dass ihr Verstand nicht richtig funktioniert und dass sie halluziniert. Sie ist aber trotz ihres Handicaps clever und weiß wie sie ihre Schwächen zu ihrem Vorteil einsetzen kann. Dieser Gegensatz macht Winter auch zu einer spannenden Figur. Seltsamerweise ist es ausgerechnet Scarlet – die ich bisher eher nervig fand – die sich als perfekte Ergänzung zu Winter herausstellt. Beide Charaktere gewinnen von der Interaktion miteinander und Scarlet macht ihr anfänglich ständiges in Not sein durch ihre zunächst unfreiwillige Sorge um Winter wieder wett.
Es ist aber doch ein wenig schade, dass der Serienabschluss mit Winters Geschichte zusammenfallen musste. Ihr Charakter und ihr Verhältnis zu Wächter Jacin ist so komplex, dass sie es verdient hätte ihren eigenen Buchband zu bekommen. Denn so verschwindet sie ein wenig unter den zahlreichen Ereignissen, doch dazu später mehr.

Die Figuren der Buchreihe bleiben individuell und ihrer Persönlichkeit treu. Man hat nie das Gefühl, dass sie sich plötzlich untypisch verhalten würden und ein paar von ihnen müssen ordentlich Federn lassen bzw. Finger. Marissa Meyer beraubt ihre Figuren nicht nur einmal körperlicher Perfektion, was mit Cinder als Cyborg natürlich der stärkste Bruch ist, aber eben auch noch an anderen Kleinigkeiten herauskommt. Mal abgesehen von Winter, die trotz ihrer Narben die Schönste im Lande ist (schließlich ist ihre Vorlage Schneewittchen), liegt die Schönheit der restlichen Figuren hauptsächlich in den Augen ihrer Partner oder ihrer eigenen Wahrnehmung. Es entsteht allgemein ein deutlich gesünderes Selbstbild als es sonst in den Medien üblich ist.
Damit auf zum nächsten Punkt, der hätte schief gehen können, aber es zum Glück nicht tat.

Es gibt eine Menge romantischer Verwicklungen in diesem Buch. Jede Märchenprinzessin hat ihren Prinzen und jede einzelne Person hat ihre persönlichen Probleme und Ängste. Dennoch bleibt das Thema Romantik dezent am Seitenrand. Wo sich die meisten anderen Fantasy-Jugendbücher jetzt in eine triefende Schmalzschmonzette verwandeln würden gehen die Figuren in Winter weiter ihrem Hauptziel nach. Sie schmuggeln sich in den Palast ein, untergraben Levanas Autorität, befreien sich aus ihrer Gefangenschaft, sabotieren Nachrichtendienste, mobilisieren die unterdrückte Gesellschaft, verlieren sich und finden sich wieder. Sie bluten, kämpfen, stecken Rückschläge ein und beißen sich weiter durch. Sie verlieren eben nie ihr Ziel aus den Augen. Dass es am Seitenrand dann auch zwischendurch zu kleinen, liebevollen Momenten kommt wirkt ausnahmsweise angemessen. Wie ein positiver Gegenpol zu der ganzen Action. Schon allein weil das Spiel zwischen Haupthandlung und Liebenden endlich einmal ordentlich gelöst wurde, kriegen die Lunar Chronicles einen extra Bonus von mir.

Innerhalb der Buchreihe ist Winter für mich trotz aller guten Eigenschaften aber doch der eher schwächste Band. Es passiert einfach zu viel. Manches zieht sich ewig in die Länge, anderes wiederholt sich und wieder anderes wirkt abgekupfert. Sehr negativ aufgefallen ist z.B. die Unterteilung und Eigenart der Arbeitsdome des Mondes. Da könnte man praktisch den nahtlosen Wechsel mit den Distrikten der Hunger Games vollführen und man würde den Unterschied nicht bemerken. Die Ähnlichkeiten wiederholen sich in den Propagandavideos des Palastes und etlichen anderen Kleinigkeiten. Das hat den bis hierher eigentlich sehr gelungenen Weltenbau ein wenig zerstört. Obwohl der letzte Band zudem doppelt so lang ist wie die bisherigen Bücher, kommt es bei der Menge an Figuren und offenen Handlungssträngen vor, dass bestimmte Entwicklungen zu hektisch abgehakt erscheinen und manche Möglichkeiten nicht zu Ende gedacht. Was natürlich ein Widerspruch zu meiner vorherigen Aussage über die Längen ist. Die Balance stimmt einfach nicht so richtig in Winter und ich denke die Autorin hat sich öfter mal für Notlösungen entschieden, da sie einfach zum Schluss kommen musste. Mit etwas weniger Zeitdruck hätten sich manche Dinge sicher eleganter lösen lassen, denn gerade das Ende kommt ein wenig zu salopp und gehetzt daher. Das ist wirklich schade.

Unter dem Strich endet diese Buchreihe zwar nicht so stark wie sie begonnen hat, eine Leseempfehlung gibt es aber weiterhin. Denn trotz der Mängel des letzten Bandes sind die Lunar Chronicles eine der wenigen Jugendbuchreihen, die eine ereignisreiche Handlung und ungewöhnliche Ideen bietet, statt einer 08/15-Teenie-Schmonzettenheldin die sich nicht zwischen zwei Arschgeigen – äh, Verzeihung … zwischen zwei supersüßen und voll mysteriösen Arroganzschleudern – entscheiden kann.

Quelle: http://moyasbuchgewimmel.de/rezensionen/titel/w/winter

Moyas Top 5 für sarkastische Halbromantiker

Degrees of Wrong - Anna Scarlett Uprooted - Naomi Novik Soulless - Gail Carriger, Gail Carriger Ghost Planet - Sharon Lynn Fisher Howl's Moving Castle - Diana Wynne Jones

Es ist mal wieder Valentinstag und wenn man der allgemeinen Mehrheit folgt, dann bedeutet das wohl, dass einen Tag lang weltweite Romantik ausbricht. Oder ausbrechen soll. Für manche wird der 14. Februar zum Spießrutenlauf mit unzähligen lauernden Fettnäpfchen. Menschen wie mir ist der Valentinstag eigentlich egal, aber er bietet eine gute Gelegenheit für eine Buchliste mit Titeln, die Romanzen jenseits des Schmalzes enthält und sich mehr auf den humorvollen Ton konzentriert. Paare die sich liebevollem Zank hingeben, statt melodramatischen Versprechungen. Ganz einfach ist es nicht solche Bücher aufzutun, trotzdem habe ich versucht meine Top 5 amüsanter und erwachsener Paare zu finden, die mehr Lacher als Augenroller zu bieten haben.

 


1. Degrees of WrongAnna Scarlett
Aus meiner Sicht eindeutig das witzigste Paar in der Sammlung. Zugegeben der Schwerpunkt liegt hier schon deutlich stärker bei der Liebelei der Protagonisten, aber das Gezanke von Elise und Nicoli ist so herrlich unterhaltsam, dass ich dieses Buch regelmäßig auspacken und erneut lesen muss. Außerdem ist es mit einer interessanten Prise Sci-Fi, der Jagd nach einem Impfstoff und einem Unterwasserschiff gewürzt.

 


2. UprootedNaomi Novik
Während Degrees of Wrong ein futuristisches und urbanes Setting hat bewegen wir uns in Uprooted durch eine mittelalterliche, märchenhafte Welt, die aber Erwachsene Leser zum Ziel hat. Auch hier geht die Dynamik zwischen Dragon und Agnieska mit Witz und viel verbalem Schlagabtausch einher. Die Liebesgeschichte der beiden entwickelt sich dezent nebenbei und vervollständigt eine der besten Haupthandlungen, die man sich als Fantasyleserin für einen Roman wünschen kann.

 


3. SoullessGail Carriger
Diese steampunkige Geschichte spielt in einer alternativen Realität des viktorianischen London. Es tummeln sich Vampire und Werwölfe offen in der Stadt. Auch in Soulless ist die Romantik ein nebensächlicher, aber regelmäßig auftauchender Teil der Handlung. Das Buch sorgt nicht nur mit einer selbstbewussten Protagonistin und einem grantigen Werwolf-Ermittler regelmäßig für ordentliche Lacher.

 


4. Ghost PlanetSharon Lynn Fisher
Hier scheiden sich die Geister ein wenig, gewissermaßen sogar buchstäblich. Das Buch bietet ein unheimlich spannendes Konzept das mehr Gewicht hat als der romantische Part. Letzterer ist gelegentlich mit ein bisschen Fremdschämen verbunden, unter dem Strich aber auch nett gemacht.

 


5. Sophie im Schloss des ZauberersDiana Wynne Jones
Das einzige Buch in meiner Sammlung das sich eigentlich an Kinder richtet und trotzdem zwei herrliche Protagonisten bietet, die auch der erwachsenen Leserin viel zu bieten haben. Sophie und Howl sind in vielerlei Hinsicht zwei Figuren die man wirklich kennenlernen sollte. Daher kann ich dieses Buch auch gar nicht oft genug empfehlen.

Quelle: http://moyasbuchgewimmel.de/moyas-top-5-fuer-sarkastische-halbromantiker

Fundstück: Visions of the Future (NASA)

Entweder ist es mir früher einfach nur entgangen, oder die NASA arbeitet kräftig an einem frischeren, jüngeren Image. Jedenfalls kommen aus der Ecke immer häufiger humorvolle, weniger ernste Beiträge bei mir an, die das Thema Raumfahrt auch mal etwas spielerisch angehen. Zum ersten Mal aufgefallen ist es mir mit Astronaut Chris Hadfield, über den ich wiederum durch eine Freundin (hallo, Jule!) gestolpert bin. Wer seine Faszination für den Weltraum verloren hat oder schlichtweg noch nicht gefunden hat, der sollte der Website dieses humorvollen Menschen einen Besuch abstatten und sich das ein oder andere Video ansehen.

Worum es jetzt aber eigentlich geht, das ist die Posterreihe »Visions of the Future«, die kürzlich von der NASA auf deren Website veröffentlicht wurde. Bei dem Titel der Reihe hatte ich zunächst einmal sterile Bildinhalte erwartet, die Aufmachung ist aber farbenfroh und ziemlich retro, was einen Bogen zurück zum ersten großen Weltraumhype in den 60ern schlägt. Bei manchen Bildunterschriften muss man doch wirklich schmunzeln und wenigstens ich bekomme Lust zu einem Buch mit Space-Adventure zu greifen. Vorschläge, liebe Buchwürmer? 

Mir gefällt’s jedenfalls und wer sich auch für solche Dinge begeistern kann, der schaut sich ein paar der tollen Plakate in größer auf der Seite der NASA an.

(Screenshot: http://www.jpl.nasa.gov/visions-of-the-future/)

Fundstück: Visions of the Future

Quelle: http://moyasbuchgewimmel.de/fundstueck-visions-of-the-future-nasa

Glitches - Marissa Meyer

Glitches - Marissa Meyer

Die elfjährige Cinder hat gerade erst erfahren, dass sie seit einem Unfall Vollwaise ohne Verwandschaft ist und noch dazu sämtliche Erinnerungen an ihr bisheriges Leben verloren hat. Darüberhinaus hat sie selbst einige Schäden bei dem Unglück genommen und sieht sich nun damit konfrontiert ein Cyborg zu sein.

 

 

»I have a glitch, too. Sometimes I forget that I’m not human.«

 

Glitches beginnt mit Cinders Reise von Frankreich nach New Beijing, wo sie eine neue Heimat finden soll. Begleitet wird das kürzlich verwaiste Mädchen von ihrem Adoptivvater Garan, einem gutmütigen aber oft in seinen eigenen Gedanken versunkenen Wissenschaftler. Da sich Cinder an nichts erinnern kann, ist sie emotional wenig beteiligt an den Geschehnissen. Allein die Tatsache, dass sie nicht recht weiß was sie erwartet und wer oder was sie ist, sorgt für Unsicherheit. Denn die Operation, die ihr Leben offenkundig gerettet hat, bescherte ihr zwei mechanische Gliedmaßen und einen »Netscreen« wo eigentlich ihre Erinnerungen sitzen sollten. Cinder ist ein Cyborg in einer Welt, die nicht allzu viel auf kybernetisch modifizierte Menschen gibt. Kurz gesagt, Cyborgs gelten als Eigentum, als Dinger, nicht als Menschen, doch all das muss sie erst noch lernen und verarbeiten. Kurzfristig betrachtet hat sie zunächst einmal genug damit zu tun ihre künstlichen Erweiterungen zu verstehen, besonders den Netscreen, der ihre Gedanken mit Newsfeeds und Definition füllt, sobald sie sich selbst eine Frage stellt. Im Nu lädt sie ganze Baupläne in ihr Gehirn herunter und baut einen ramponierten Androiden wieder zusammen, das kann schon ein wenig überwältigend sein.

Die Kurzgeschichte ist eine weitere Ergänzung zu den Büchern der Lunar Chronicles von Marissa Meyer und liefert neue Details zu der Hauptfigur des Romans Cinder. Sowohl Buch als auch die vorliegende Kurzgeschichte basieren auf dem Märchen des Aschenputtels, so dass Cinders Adoptivvater bald verstirbt und sie in der Obhut ihrer Stiefmutter und der beiden Stiefschwestern zurückbleibt. Unnötig zu erwähnen, dass es wie im ursprünglichen Märchen kein zu herzliches Familiendasein für Cinder verspricht.

Ein wenig schade ist an Glitches vielleicht, dass wir nicht sehr viel mehr über Stiefmutter Adri erfahren als bisher. In der Buchreihe wird zwischendurch mal erwähnt, dass Adri auf den frühen Familienfotos ein freundliches, liebenswertes Lachen hat, welches in ihren späteren Jahren selbstverständlich verschwunden ist. Es wäre interessant gewesen zu erfahren, welche Umstände sie zu dieser etwas verbitterten und gehässigen Frau haben werden lassen, deren Ansätze auch schon in dieser Geschichte schon zu erkennen sind.

Zu lachen gibt es in Glitches nicht ganz soviel. Auch in The Queen’s Army – der Vorgeschichte von Wolf – werden etwas ernstere Töne angeschlagen als in der Buchreihe. Die Kurzgeschichten scheinen sich bisher allesamt mit den etwas steinigeren Pfaden des Lebens zu befassen, was aber nicht schlecht ist und auch eigentlich nicht überraschend kommen dürfte. Vielmehr verleiht es den Figuren Stärke und Tiefe und baut die in den Romanen angedeuteten Hintergründe solide aus. Als kleinen Kontrast dürfen wir in Glitches aber auch erleben wie die sarkastische Androidin Iko entsteht und ihre ersten frechen Sprüche von sich gibt oder wie sich ein Cyborg in einem zu großen Seidenkimono schlägt.

Glitches erzählt zwar die Vorgeschichte zu Cinder, ich würde aber dennoch empfehlen die Geschichte erst im Anschluss des Buches zu lesen. Auf diese Weise kann Cinder erst einmal die etwas nebulöse Vergangenheit der Protagonistin aufbauen, während Glitches dann auch einfach deutlich gewichtiger erscheint. In jedem Fall ist diese Kurzgeschichte wieder eine schöne runde Ergänzung zu den Hauptbüchern der Lunar Chronicles und gehört auf den Leseplan jedes Reihenfans.

Bonus:
Die Kurzgeschichte wird von der Autorin kostenlos auf ihrer Website bereitgestellt.

Quelle: http://moyasbuchgewimmel.de/rezensionen/titel/g/glitches

Montagsfrage: Print oder eBook?

Ach, eine herrliche Frage. Jahrelang habe ich mich gegen das eBook gewehrt, weil für mich Technik und Bücherliebe damals kopfmäßig nicht zusammen passten. Heute ist das etwas anders.

Buchfresserchens Frage in dieser Woche:
Print oder eBook, was bevorzugst du?

Montagsfrage bei Buchfresserchen


Es war 2013, als mich einer meiner Lieblingsautoren dazu nötigte mir einen eReader zuzulegen. Die Geschichte wie es dazu kam, könnt ihr auch hier nachlesen.

Seither sind 2,5 Jahre vergangen und mein kleiner kobo ist regelmäßig im Einsatz. Das Leseempfinden unterscheidet sich natürlich auch weiterhin. Es gibt Dinge, die sich einfach nicht ersetzen lassen. Zum Beispiel ist es nicht so einfach zwischen den Seiten hin und her zu blättern. Bei einem gedruckten Buch weiß ich meistens »irgendwo bei ca. 1 cm Dicke stand doch was …« und da finde ich in dem Bereich auch relativ schnell, wonach ich suche. Manchmal helfen dabei noch eine bestimmte Textanmutung, ein Druckfleck oder was auch immer. Beim eBook ist das alles nicht gegeben, darum habe ich relativ schnell aufgehört zurückblättern zu wollen. Ich wüsste nicht einmal wo ich anfangen sollte zu suchen.

Davon einmal abgesehen ist es mit dem eReader aber eine bequeme Sache. Er ist leicht und handlich. Ich habe ihn immer dabei, weil er im Rücken meiner Kladde steckt und die immer in die Handtasche wandert, sobald ich das Haus verlasse. Es sind etliche Bücher und Kurzgeschichten drauf und ich probiere dank des eReaders auch viel öfter Bücher aus, die ich wegen der Hässlichkeit ihrer Cover sonst schon aus Prinzip ignoriert hätte. Da die englischen eBooks außerdem meist relativ günstig sind, im Vergleich zum Printbuch, bin ich da also sehr viel experimentierfreudiger geworden.

Montagsfrage: eBook oder Printbuch


Printbücher sind insgesamt natürlich einfach schöner. Sie duften, sie rascheln, man kann sie herzen und jeden Tag im Regal bewundern. Sie sind dekorativ, aber auch vertraute Freunde, die ich gerne um mich habe.

Wenn ich nun gefragt werde welches Format ich lieber mag, dann gewinnt das Printbuch zwar noch immer, allerdings würde ich nur noch sehr ungerne auf meinen kobo verzichten müssen. Ich liebe es die Wahl zu haben und die am eBook gesparten Euronen in ein extra luxuriöses Hardcover zu investieren. Doppelt gekauft habe ich ein Buch übrigens noch nicht, dafür habe ich im letzten Jahr das nächste Medium für mich erschlossen: Hörbücher. Wie das eBook keine Alternative zum Printbuch, aber eine tolle Ergänzung! Vielleicht werde ich auf meine erwachsenen Tage einfach etwas toleranter. ;-)

Quelle: http://moyasbuchgewimmel.de/montagsfrage-print-oder-ebook

Mein 2015 in Zahlen

2015 war für mich ein halbwegs faules Lese- und Rezensionsjahr. Das liegt daran, dass ich entweder in neuen Scherenschnitten versunken war oder daran, dass ich selbst an einer größeren Geschichte arbeite (immerhin 116.690 Worte bisher!). Während letzteres erfolgreich verhindert, dass ich überhaupt etwas in der Zeit lesen kann, hat mir die Arbeit an den Scherenschnitten die Welt der Hörbücher näher gebracht und obwohl ich da lange sehr skeptisch war, hat sich dieses neue Medium zu einer echten Bereicherung für mich entwickelt.
Moyas Buchgewimmel: Lesestatistik 2015


Beste Bücher 2015:

1. Uprooted von Naomi Novik
2. The Lunar Chronicles von Marissa Meyer
3. The Martian (Der Marsianer) von Andy Weir
4. Gone Girl von Gillian Flynn
5. Falling Sky von Rajan Khanna


Größter Flop:
Never Let Me Go von Kazuo Ishiguro


Insgesamt habe ich 2015 genau 26 Bücher angefangen. Zwei davon musste ich aufgrund von akuter Langeweile abbrechen, bei den restlichen 24 waren allerdings auch einige Kurzgeschichten dabei. Dafür hat die Bestenliste dieses Jahr ein paar richtig gute Kandidaten dabei, die mich alle auf ganz unterschiedliche Weise positiv überrascht und bei mir eine regelrechte Euphorie hinterlassen haben.

Damit wünsche ich euch einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Quelle: http://moyasbuchgewimmel.de/moyas-lesestatistik-2015

Cover Monday (1): Ten Thousand Skies Above You

Buchblogger sind ein spannendes Völkchen. Ich habe mich noch immer nicht ganz daran gewöhnt alleine einen Blog zu führen und entdecke nur langsam, welche Vernetzungen es da so gibt. Vor einer Weile bin ich dadurch schon über Buchfresserchens Montagsfrage gestolpert, an der ich zwar nicht immer, aber ab und an doch gerne teilnehme. Heute habe ich nun auch noch den »Cover Monday« bei The Emotional Life of Books entdeckt.
Hin und wieder habe ich ja schon meine liebsten Coverentdeckungen in einem Sammelpost vorgestellt, aber da muss ich natürlich immer eine Weile suchen, ehe genügend Material da ist. Darum werde ich das wohl in Zukunft auch einfach umstellen und aus den Sammelpostings einen »Cover Monday« mit immer nur einem Cover machen. Dann gibt es auch öfter was zu gucken.
Und hier kommt Nummer Eins:

Ten Thousand Skies Above You von Claudia GrayTen Thousand Skies Above You – Claudia Gray
erschienen 2015, Künstler: Craig Shields


Dieses Cover ziert den zweiten Teil der Jugendbuchreihe Firebird. Das Cover zum ersten Band hatte ich hier schon einmal vorgestellt, aber das neue gefällt mir beinahe noch besser. Die satten Farben, der Komplimentärkontrast, die Gegenüberstellung von Warm und Kalt. Wie auch beim ersten Motiv gefällt mir dieser halb geschluderte Stil. Obwohl ich keine Lust auf die Geschichte habe reizt es mich ständig, die Bücher ins Regal zu stellen.

Quelle: http://moyasbuchgewimmel.de/cover-monday-1-ten-thousand-skies-above-you